Ethik


Tierische Zusammenarbeit am JMF

Wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, haben wir, das P-Seminar Tierethik 2019/2021, im letzten Schuljahr eine Umfrage zum Thema „Tierethik am Johann-Michael-Fischer Gymnasium“ unter Lehrern und Schülern durchgeführt. Zuerst wollten wir uns bei Euch bedanken, dass so viele mitgemacht haben. Enttäuscht allerdings waren wir von unseren Lehrern, da nur 39 an der Umfrage teilgenommen haben. Da wir eine Stellwand mit den Auswertungen im Schulhaus aufgestellt haben, wollen wir in diesem Artikel nur über das Wichtigste und Auffälligste informieren.

Bei den Schülern hat die Befragung gezeigt, dass ihnen die gute Haltung der Tiere am Herzen liegt und dass sie sogar bereit wären, mehr Geld für besseres Fleisch zu zahlen. Ganz darauf verzichten wollt ihr aber nicht, da 90 von 339 Schüler*innen befürchten, dass dies negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnte (siehe Abb. 1).Am wichtigsten finden wir zu erwähnen, dass die Mehrheit der Schüler*innen davon überzeugt ist, dass Tiere sowohl Gefühle empfinden, als auch dem Menschen gleichwertig sind (Vgl. Abb. 2 und 3).

Abbildungen 1-3:

Auf der anderen Seite ist uns bei den Lehrern aufgefallen, dass bei der Frage: „Würden Sie Fleisch, Fisch oder Wurst essen, wenn Sie die Tiere selbst schlachten müssen?“ das Ergebnis fast 50/50 ausgefallen ist (siehe Abb. 4). Im Gegensatz zu den Schülern findet die knappe Mehrheit der Lehrer, dass Menschen immer moralisch wertvoller sind als Tiere (siehe Abb. 5).

Abbildungen 4 und 5:

Sowohl Lehrer als auch Schüler haben uns darauf hingewiesen, dass das Thema Tierethik im Unterricht häufiger angesprochen werden sollte. Deshalb haben wir in der sechsten und achten Jahrgangsstufe verschiedene Workshops gehalten, welche das Thema vertieft haben und unseren zweiten Projektbaustein gebildet haben. Durch das große Interesse und die Nachfrage der Schüler in diesen Klassen hoffen wir, dass Tierethik in den weiteren Jahren an unsere Schule ein wichtiger Bestandteil bleibt. Hier konnten wir auch mit dem Vorurteil aufräumen, dass Fleischverzicht schlecht für die Gesundheit ist. In den Workshops haben unsere 6.-Klässler Plakate erarbeitet, wie sie sich eine artgerechte Haltung vorstellen:

In unserem dritten Projektbaustein „Tierischer Nachbar Fledermaus“ haben wir ein Interview mit der ehrenamtlichen Fledermausbeauftragten des Landkreises Schwandorf, Frau Brigitte Schütze, geführt, das Ihr im Folgenden lesen könnt. Außerdem haben wir uns zur Aufgabe gemacht, Nistkästen für die Fledermäuse an unserer Schule zu bauen und uns vorab zur Fledermaus-Beobachtung getroffen. Unter dieser Adresse könnt ihr den LBV erreichen und euch noch weiter informieren: https://schwandorf.lbv.de.

Wir hoffen, dass wir mit unserem Seminar sowohl Lehrer*innen als auch Schüler*innen das Thema Tierethik näherbringen und zeigen konnten, dass dieses allgegenwärtig ist und nicht vernachlässigt werden darf. Auch zukünftig sind weitere P-Seminare zu diesen Themen geplant, die unsere Schulgemeinschaft weiter revolutionieren wollen.

  1. Was sind Ihre Aufgaben als ehrenamtliche Fledermausbetreuerin?
    Primär bin ich Ansprechpartnerin für die Bevölkerung, wenn es um Fledermäuse geht. Zu den weiteren Aufgaben gehört die Feststellung und Überwachung von Fledermausvorkommen, die Beratung und Unterstützung bei der Sanierung von Gebäuden mit Fledermäusen und die Sicherung von Quartieren. Und natürlich auch die Pflege kranker Tiere und die Sympathiewerbung durch Information und Führungen.

  2. Wie sind Sie zu dieser Tätigkeit gekommen und was hält Sie dort?
    Nach der Kartierung von Fledermäusen im Landkreis Schwandorf suchte das Landratsamt Freiwillige, die sich um die vorhandenen Quartiere kümmern und als Ansprechpartner dienen. Da ich bereits während meines Studiums in Erlangen mit Fledermäusen zu tun hatte, habe ich mich gemeldet. Fledermäuse gehören immer noch zu den „unbekannten“ Tierarten in unserer unmittelbaren Umgebung. Die Angst vor ihnen resultiert aus Unkenntnis. Je mehr die Menschen über Fledermäuse wissen, desto sympathischer finden sie diese Tiere. Ich mache deshalb Lobbyarbeit für Fledermäuse.

  3. Was interessiert Sie besonders oder was bewundern Sie an Fledermäusen?
    Eine Zwergfledermaus wiegt nur 3,5 bis 8 Gramm und sie passt mit einer Kopf-Rumpflänge von etwa fünf Zentimetern spielend in eine Streichholzschachtel. Sie hat aber eine Flügelspannweite von 18 bis 24 Zentimetern und ist – wie alle Fledermäuse – ein wirklicher Flugakrobat.

  4. Was bedeutet Ihnen das Arbeiten mit Tieren?
    Für mich sind Tiere Mitgeschöpfe, denen wir mit Respekt begegnen sollten. Ich sehe meine Arbeit als ein Stück Wiedergutmachung dafür, dass wir ihnen durch unseren Lebenswandel den eigenen Lebensraum streitig machen und ihnen das Überleben erschweren.

  5. Welche Fledermausarten gibt es bei uns?
    Im Landkreis Schwandorf wurden kartiert: Abendsegler (Großer und Kleiner), Bartfledermaus (Große und Kleine), Bechsteinfledermaus, Breitflügelfledermaus, Fransenfledermaus, Braunes Langohr, Graues Langohr, Großes Mausohr, Mopsfledermaus, Mückenfledermaus, Nordfledermaus, Rauhautfledermaus, Wasserfledermaus, Zweifarbfledermaus, Zwergfledermaus.

  6. Haben Sie diese Arten alle schon selbst beobachten können?
    Nein, leider hatte ich vier Arten noch nicht in Händen und drei auch noch nicht gesehen.

  7. Sind diese Arten bedroht und wenn ja, wodurch?
    Fledermäuse sind als "vom Aussterben bedrohte" Tiere besonders geschützt. Das ist ein deutliches Indiz dafür, dass alle Arten bedroht sind. Ursachen dafür sind der Verlust von Quartieren und der Verlust der Nahrungsgrundlage. Keine Insekten, keine Fledermäuse (und auch keine Vögel). Der Einkauf von Bio-Lebensmitteln ist also nicht nur für uns gut.

  8. Gibt es bereits ausgestorbene Fledermausarten und wenn ja, was führt zu diesem Artensterben?
    Die Große Hufeisennase ist im Landkreis Schwandorf ausgestorben. Ein Grund dafür ist wahrscheinlich der Rückgang der Weidetierhaltung, da sich die Große Hufeisennase vor allem im Frühjahr und im Herbst von Dungkäfern ernährt. Die gute Entwicklung in der Kolonie im Fledermaushaus in Hohenburg (die einzige in der Bundesrepublik, in der es noch Jungtiere gibt), gibt Grund zur Hoffnung, dass vielleicht die Kirche in Dietldorf wieder als Quartier von ihnen genutzt wird.

  9. Was sollte man bei Bau und Aufstellung von Fledermauskästen beachten?
    Bitte nur sägeraues Holz verwenden, kein gehobeltes. Daran können sich die Fledermäuse nicht festhalten. Keine Imprägnierung, keine Teerfarben, kein harzendes Holz, sie könnten die Tiere verkleben. Wenn möglich mehrere Kästen mit unterschiedlicher Exposition aufhängen (Osten, Süden, Westen, sonnig, beschattet) und so hoch, dass nicht jeder öffnen kann. Fledermäuse wechseln gerne das Quartier je nach Temperatur und haben es nicht so gerne, wenn jeden Tag jemand ins Wohnzimmer platzt und Grüß Gott sagt.

  10. Welche Probleme könnte es mit den Fledermauskästen geben?
    Wenn bei Fledermauskästen der Kot nicht herausfallen kann, müssen sie einmal im Jahr gereinigt werden, damit der Parasitenbefall nicht zu hoch wird (Milben, Fledermausfliege etc.). Bitte nicht traurig sein, wenn nicht jeder Kasten angenommen wird. Fledermäuse sind sehr heikel und manchmal dauert es Jahre, bis ein Kasten bezogen wird.

  11. Haben Sie Tipps für den Umgang mit den ausgehängten Fledermauskästen, die wir auch an nachfolgende Jahrgänge weitergeben können?
    Siehe oben

  12. Welche anderen Möglichkeiten gibt es, um Fledermäuse zu schützen?
    Quartiere erhalten, Insekten fördern, bei Fledermäusen vor allem auch Nachtfalter.
    Man kann z.B. ein Fledermausbeet anlegen: Nachtblühende, nektarreiche Blütenpflanzen, zum Beispiel Nachtkerze, gewöhnliches Leimkraut, Seifenkraut und Wegwarte.
    Teich anlegen: Das Wasser zieht viele Insekten an.
    Garten ohne Gift: auf Insektizide und andere Gifte verzichten.
    Unterschlüpfe schaffen: Höhlen in alten Bäumen, alte Keller oder Kartoffelmieten werden gern als Winterquartier genutzt, wenn sie kühl, feucht und frostfrei sind. Als Einflug reicht bereits ein horizontaler Spalt von 3 x 8 Zentimeter. Aber auch ein Fledermausbrett oder ein Flachkasten an der Giebelwand sowie Höhlenkästen werden von den Tieren gerne angenommen.

  13. Was ist das kurioseste Erlebnis mit Fledermäusen, das Ihnen schon einmal passiert ist?
    Beim Abholen eines verletzten Abendsegler machte ich noch einen Stopp in der Tierhandlung, um Mehlwürmer zu kaufen. Als ich zuhause die Kiste öffnete, war der Abendsegler weg. Es dauerte eine gute halbe Stunde, bis ich ihn in einer kleinen Spalte im Kofferraum entdeckte. Er hatte es geschafft, ein Luftloch auf ein mal zwei Zentimeter zu vergrößern und durch das kleine Loch zu verschwinden.

  14. Was verbinden Sie mit dem Thema Tierethik?
    Für mich stellt sich die Frage, wie gehe ich mit dem Mitgeschöpf Tier um? Habe ich das Recht, ein Tier zu nutzen und in welcher Art? Ich glaube, dass jeder diese Frage für sich selbst beantworten muss.
    (Ich bin seit vielen Jahren Vegetarierin und seit 8 Jahren Veganerin. Ich war immer eine Gegnerin der Massentierhaltung, denn ich denke, dass auch jedes Tier das Recht auf ein befriedigendes Leben hat. Mittlerweile verstört mich der Gedanke, dass ein Tier sterben soll, weil ich es essen will. Auch Milch und Käse gibt es nicht ohne Nutzung von Tieren, meist in Massentierhaltung. Das ist der Grund, warum ich auch darauf verzichte.
    Ich habe heute noch die Frage meiner achtjährigen Tochter im Ohr, als wir beim Bauern in unserm Ort die Milch holten: „Warum darf das Kälbchen nicht bei seiner Mama sein?“ Ich hatte keine Antwort darauf.)