Katholische Religionslehre

Pressefreiheit und Gitterpommes

Der Einfluss der Politik auf die Berichterstattung der Medien – Gewalt gegen Journalisten – Die Rolle der Presse in der Gesellschaft. Es gab viele Themen, die Roman Deininger mit den Schülern der Q11 des JMF Gymnasiums Burglengenfeld zu besprechen hatte.

Roman Deininger hatte in den letzten Wochen als CSU- und Söder-Experte der Süddeutschen Zeitung viel zu tun, und so kam er auch zum Vortrag der Q11 direkt aus einem Interview mit Markus Söder. Trotzdem nahm er sich am Donnerstagnachmittag gerne Zeit, um mit 40 SchülerInnen des JMF Gymnasiums Burglengenfeld digital über seinen Blick auf die Presse, die Freiheit und das aktuelle politische Geschehen zu sprechen und zu diskutieren. Auf Einladung des W-Seminars „Grenzenlose Möglichkeiten – verlorene Freiheit“ im Fach Katholische Religionslehre berichtete er vom Wert und der Gefährdung der Freiheit in seiner täglichen Arbeit als politischer Reporter.


Roman Deiniger [Foto: SZ / J. Berr]

„Mir sagt keiner, was ich schreiben soll.“ Er könne über die gesamte Bandbreite der Gesellschaft berichten. Das, so Deininger, ist eine der größten Freiheiten, die ihm sein Beruf bietet. Seine Freude an der Arbeit als Journalist war in jedem Moment des Vortrags spürbar, gleichzeitig wurde aber auch deutlich, welche Verantwortung für ihn mit diesem Beruf einhergeht. Die Presse als Wächter der Demokratie, die den Mächtigen genau auf die Finger schaut und Missstände – von den Panama Papers bis zu den Maskendeals – aufdeckt. Trotzdem begegnen auch ihm immer wieder Vorwürfe, dass „die Presse nur schreibe, was die da oben wollen“. Diese abschätzige Haltung gegenüber der Presse zeigt sich auch in immer mehr Übergriffen auf Journalisten. So stuft etwa die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ die Pressefreiheit in Deutschland aktuell nur noch als „befriedigend“ ein. Mit Verweis auf aktuelle Recherchen und Enthüllungen betont Deininger, welche bedeutende Rolle der freien Presse in einer funktionierenden Demokratie zukommt. Er macht aber auch deutlich, welcher Gefahr sich seine KollegInnen in anderen Ländern, aber eben teilweise auch in Deutschland, aussetzen. Dabei wies er auch auf die Attacken auf Journalisten am Rande der Demonstrationen der sogenannten “Querdenker” hin.

Im Anschluss an seinen kurzweiligen Impulsvortrag folgte eine ergiebige Diskussion und Fragerunde. Die SchülerInnen konnten dadurch nicht nur einen Blick hinter die Kulissen der großen und kleinen Politik werfen, sie erlebten auch immer wieder, wie Deininger bei allem Humor und eigener Meinung um ein ausgewogenes Bild in seinen Erzählungen bemüht ist. Die SchülerInnen besprachen mit Roman Deininger, der wenige Stunden zuvor noch ein Interview mit Markus Söder geführt hatte, beispielsweise ihren eigenen Eindruck von den Protagonisten im Kandidaten-Streit der Union sowie dessen Nachwirkungen.

Davon ausgehend berichtete Deininger von der Bedeutung, das richtige Verhältnis von Nähe und Distanz zu PolitikerInnen aufzubauen, um einerseits möglichst viele Informationen zu erhalten, andererseits aber auch genug Abstand zu haben, um objektiv zu bleiben. Humorvoll sprach er über Situationen, in denen ihm dieser Balanceakt nicht geglückt ist: dann etwa, wenn er von einem Interviewpartner im Schnellrestaurant lautstark zu einer Portion Gitterpommes eingeladen wird. Alles in allem bekamen die SchülerInnen im Gespräch mit Roman Deininger nicht nur den Wert und die Bedeutung freier und kritischer Berichterstattung vor Augen geführt, sondern erlebten eben wegen manch persönlicher Anekdoten auch einen kurzweiligen Vortrag.

A. Grabmaier [Schuljahr 2020/21]