Fachschaft Geschichte


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1. Landespreis für Geschichtskurs des JMF-Gymnasiums

„Das Erbe einer starken Oberpfälzerin“ – Geschichtskurs des JMF-Gymnasiums gewinnt 1. Preis des Schülerlandeswettbewerbs „Erinnerungszeichen 2006“.


Die Delegation des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums mit MdL Nicole Bäumler, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Betreuungslehrkraft StR Sebastian Schmidmeier, Kultusministerin Anna Stolz sowie Daniela Andre (LMU München) nach der Verleihung des 1. Landespreises im Bayerischen Landtag.

Großer Erfolg für das Johann-Michael-Fischer-Gymnasium Burglengenfeld: Der Geschichtskurs 3g4 (Jahrgangsstufen 10–13) wurde beim bayerischen Schülerlandeswettbewerb „Erinnerungszeichen 2026“ mit dem 1. Landespreis in der Kategorie „Jahrgangsstufen 10 bis 13“ ausgezeichnet. Im Senatssaal des Bayerischen Landtags nahmen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihrer Betreuungslehrkraft StR Sebastian Schmidmeier die Auszeichnung entgegen.

Der prämierte Wettbewerbsbeitrag „Josefine Haas – Das Erbe einer starken Oberpfälzerin“ erzählt in Form eines vollständig KI-generierten Kurzfilms [Hinweis: Der Link führt zu YouTube.] die Lebensgeschichte der Burglengenfelder Wohltäterin Josefine Haas. Dabei verbindet der Beitrag historische Forschung mit modernen digitalen Gestaltungsmöglichkeiten und macht regionale Geschichte für ein breites Publikum anschaulich und zugänglich. Die technische Umsetzung erfolgte mit Unterstützung des schulinternen Technikteams unter der Federführung von StR Markus Piller, dessen Expertise maßgeblich zum Gelingen des Projekts beitrug.

In ihrer Laudatio hob Daniela Andre (LMU München) insbesondere den innovativen Ansatz des Projekts hervor. Besonders gewürdigt wurde, dass der Kurs das erste eingereichte KI-generierte Video des Wettbewerbs gestaltet habe und damit Neuland betreten habe. Zudem sei es den Schülerinnen und Schülern gelungen, ihre Rechercheergebnisse „zunächst in ein Drehbuch und damit in eine historische Narration zu überführen“. Mit „viel technischem Können und Liebe zum Detail“ seien die animierten Filmszenen gestaltet worden. Gleichzeitig habe der Kurs trotz der kreativen Umsetzung stets auf historische Genauigkeit geachtet. Abschließend bezeichnete die Jury den Beitrag als „professionell gestaltetes KI-Video“, das geeignet sei, „ein breiteres Publikum über eine beeindruckende bayerische Frau zu informieren“ und einen „interessanten Beitrag zur Präsentation der Stadtgeschichte Burglengenfelds“ leiste. Auch die Tatsache, dass sich der Kurs trotz des Abiturjahres die Zeit für eine Wettbewerbsteilnahme genommen habe, wurde ausdrücklich hervorgehoben.


Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Kultusministerin Anna Stolz und Daniela Andre (LMU München) während der Preisverleihung des Schülerlandeswettbewerbs „Erinnerungszeichen 2026“ im Senatssaal des Bayerischen Landtags am 16. Juli 2026. [Fotos: Matthias Balk, StMUK]

Die Preisverleihung wurde von Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Kultusministerin Anna Stolz begleitet. Mit dem ersten Landespreis wird nicht nur die intensive historische Auseinandersetzung mit einer bedeutenden Persönlichkeit der Region gewürdigt, sondern auch der innovative Einsatz digitaler Medien in der historisch-politischen Bildungsarbeit.

S. Schmidmeier [Schuljahr 2025/26]


Zeitzeugengespräch über den „Deutschen Herbst“ in den 9. Klassen

Am Dienstag, den 14. April 2026 erhielten die Klassen 9a, 9b und 9c in einem exklusiven Vortrag des ehemaligen GSG9-Polizisten Aribert Martin Einblicke in ein sehr traumatisches Geschehen des Jahres 1977. Der Titel „Die Entführung und Befreiung der Lufthansamaschine „Landshut“ im „Deutschen Herbst“ 1977“ ließ bereits Spekulationen über ein äußerst dramatisches Ereignis zu.

Nachdem den Schülerinnen und Schülern ein grober Einblick in die Entstehung des Linksterrorismus in den 1970er- Jahren durch Pierre Kröseler von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit aufgezeigt wurde, erklärte Aribert Martin seiner Zuhörerschaft die Entstehung, Ausbildung und Aufgaben der GSG9, einer Spezialeinheit der Polizei namens „Grenzschutztruppe 9“. Die GSG9 war 1972 aufgrund von steigenden linksterroristischen Anschlägen gegründet worden und verlangte seinen Mitgliedern äußerste Disziplin im Einsatz und volle Vertrauenswürdigkeit ab.

Diese Spezialeinheit wurde 1977 losgeschickt, als die Lufthansamaschine namens „Landshut“ samt Passagieren von vier palästinensischen Terroristen entführt wurde, um im Namen der RAF, der „Rote-Armee-Fraktion“ inhaftierte RAF-Mitglieder von Deutschland freizupressen. Nach mehreren Tagen in Angst und Schrecken für Passagiere sowie Besatzung und einer Notlandung im somalischen Mogadischu konnte die GSG9 eingreifen.

Aribert Martin, der als junger GSG9-Polizist bei der Befreiung der Geiseln mitgewirkt hat, erzählte von Erfahrungen und Eindrücken, die er durch dieses Ereignis gesammelt hatte. Er klärte die Schülerinnen und Schüler über die schrecklichen Umstände auf, mit denen die Geiseln konfrontiert waren. Nicht nur mussten sie 64 Stunden bei 60° Celsius in dem Flugzeug aushalten, sondern waren auch dauerhaft fürchterlichen Ängsten ausgesetzt. Spannend berichtete er davon, wie sich das Team der GSG9 zunächst angepirscht und dann an allen Türen der „Landshut“ positioniert hatte, um die Maschine zu stürmen. So gelang diesem Kommando in einer präzise geplanten Operation die Deeskalation und Rettung aller Geiseln. Aribert Martin schilderte eindrücklich, dass er während seiner Zeit bei der GSG9 vor allem gelernt hatte, immer durchzuhalten und weiterzukämpfen für andere und auch für sich selbst.

Mit den Worten „Never give up“ beendete Aribert Martin den sehr interessanten und lehrreichen Vortrag.

A. Ferstl und T. Schindler, 9b [Schuljahr 2025/26]


„Wir hatten alle Angst“
Zeitzeugin Ingrid von Derschau berichtet vom Leben im Zweiten Weltkrieg

80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird deutlich: Die Erinnerungen der letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind kostbar – und bleiben gerade für junge Menschen von großer Bedeutung. Im Juli hatte die Klasse 9e des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums Burglengenfeld die besondere Gelegenheit, mit einer Zeitzeugin ins Gespräch zu kommen.

Ingrid von Derschau, geboren 1933 in Lahr und heute im BRK-Seniorenzentrum Regenstauf lebend, schilderte bewegend ihre Kindheit und Jugend während der NS-Zeit. Sie sprach vom Schulalltag unter nationalsozialistischer Ideologie, von den Kriegserlebnissen ihres Vaters an der Front – und dessen Rückkehr nach Hause, die für sie ein prägendes Erlebnis war.

Eindrücklich berichtete sie auch von den Bombennächten in ihrer Heimatstadt Lahr, die sie mit anderen Kindern und Erwachsenen in einem alten Keller überstand:

„Wenn draußen die Sirenen heulten, zitterten wir. Wir hatten alle Angst.“

Auch die Zeit nach 1945 unter französischer Besatzung war von Unsicherheit und Entbehrungen geprägt – und von dem Versuch, mit dem dramatischen Erlebten umzugehen. Ingrid von Derschau, deren Schilderungen bereits in der Badischen Zeitung veröffentlicht wurden, plant inzwischen eine Drucklegung ihrer Erinnerungen.

Ein herzlicher Dank gilt Schülerin Johanna Nuß (9e), die den Kontakt zu Frau von Derschau hergestellt und so diesen besonderen Einblick in ein bewegendes Kapitel deutscher Geschichte ermöglicht hat.


Ingrid von Derschau – beeindruckende Zeitzeugin mit bewegender Lebensgeschichte.


Aufmerksame Zuhörer: Die 9e im Gespräch mit Ingrid von Derschau im Klassenzimmer.

S. Schmidmeier [Schuljahr 2024/25]


JMF-Schüler erforschen Grenzen und Geschichten: Erfolgreiche Teilnahme am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Mit großem Engagement und wissenschaftlichem Tiefgang beteiligten sich die Schüler des W-Seminars „Migration vor Ort – in Vergangenheit und Gegenwart“ am diesjährigen Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten, der unter dem Leitthema „Bis hierhin und nicht weiter? Grenzen in der Geschichte“ stand.

Der eingereichte Beitrag widmete sich einem weitgehend vergessenen Kapitel regionaler Nachkriegsgeschichte: dem jüdischen DP-Lager bzw. Kibbuz im Schloss Teublitz, das zwischen 1946 und 1947 jungen Holocaust-Überlebenden als landwirtschaftliche Ausbildungseinrichtung diente und sie auf eine Auswanderung nach Palästina vorbereiten sollte. Ein Kibbuz bezeichnet eine kollektiv organisierte Siedlungsform, meist mit zionistisch-sozialistischer Ausrichtung, in der junge Überlebende gemeinsam auf ein neues Leben vorbereitet wurden.

Im Zentrum des Projekts stand das Schicksal der dort untergebrachten Displaced Persons (DPs). Besonders eindrucksvoll ist die Biografie von Samuel Brückner, dessen Lebensweg die Schüler durch intensive Recherchen in regionalen und internationalen Archiven rekonstruieren konnten. Erst im Anschluss an ihre eigene Quellenarbeit stießen sie auf das digitale Zeitzeugenprojekt Keeping Memories der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, in dem Brückner selbst über seine Erfahrungen berichtet – von der Verfolgung, über den Todesmarsch und den Aufenthalt in Teublitz bis hin zum Neuanfang in Israel.


Das Schloss Teublitz fungierte nach dem Zweiten Weltkrieg als „Flüchtlingskinderheim“ bzw. als jüdisches DP-Lager mit Landwirtschaftsschule (Kibbuz), um die jungen Erwachsenen auf die Ausreise nach Palästina vorzubereiten. [Foto: Stadtarchiv Teublitz, Bildarchiv (bisher keine Signatur)]


Exemplarische Liste von Displaced Persons (DPs) aus dem Kibbuz Teublitz, ausgestellt durch den Markt Teublitz am 12.08.1946 – darunter auch der 1925 geborene Samuel Brueckner. [Dokument: Arolsen Archives, 108002374]

Auf Grundlage einer umfangreichen Namensliste aus dem Stadtarchiv Teublitz sowie Materialien des Arolsen Archives entstand eine detaillierte Auswertung zur Herkunft, Altersstruktur und früheren KZ-Haft der Campbewohner. Ergänzt wurde der Beitrag durch mehrere biografische Skizzen, die die vielfältigen Formen von Grenzen – geografisch, sozial, kulturell und existenziell – sichtbar machen.

Für ihre fundierte Forschungsarbeit wurden die Schüler mit Urkunden ausgezeichnet, die ihnen Schulleiter OStD Matthias Schaller und die Betreuungslehrkraft StR Sebastian Schmidmeier überreichten.


Verleihung der Urkunden für die erfolgreiche Teilnahme am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten durch Schulleiter OStD Matthias Schaller mit Schülerinnen und Schülern des W-Seminars „Migration vor Ort – in Vergangenheit und Gegenwart“. [Foto: E. Aggül]

S. Schmidmeier [Schuljahr 2024/25]


Geschichte auf Schritt und Tritt – Unterwegs im Städtedreieck Burglengenfeld, Maxhütte-Haidhof und Teublitz


Schülerinnen und Schüler des P-Seminars "Geschichte auf Schritt und Tritt" mit Schulleiter Matthias Schaller OStD, Elternbeiratsvorsitzenden Martin Antretter, P-Seminarleiter Sebastian Schmidmeier StR, Dominik Hitzek vom R1 Werbestudio, Christina Scharinger (Volkskundemuseum) und Dr. Thomas Barth (Archivar im Städtedreieck). [Bild: P. Lehner]

Nach einem Jahr harter Arbeit war es endlich so weit, die Schülerinnen und Schüler des P-Seminars Geschichte konnten am Sommerfest des JMF-Gymnasiums die druckfrischen Exemplare des neuen Stadtführers für das Städtedreieck präsentieren. Auf knapp 60 Seiten liefert diese illustrierte Broschüre einen knappen Überblick über die Geschichte der drei Städte Burglengenfeld, Maxhütte-Haidhof und Teublitz und erwähnt ihre wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Ziel des P-Seminars war es, die Geschichte des Städtedreiecks an historischen Orten exemplarisch in den Blick zu nehmen und dabei aber auch Formen, Institutionen und Akteure der lokalen Geschichtskultur zu untersuchen.

Bei der Erstellung des Stadtführers haben die Schülerinnen und Schüler von einigen externen Partnern, wie etwa von Sebastian Hauser (Geschäftsleiter Zweckverband Städtedreieck), Dr. Thomas Barth (Archivar des Stadtarchivs Burglengenfeld, Teublitz und Maxhütte-Haidhof), Christina Scharinger (Leiterin des Oberpfälzer Volkskundemuseums) sowie Dominik Hitzek (R1 Werbestudio, Burglengenfeld) tatkräftige Unterstützung erfahren.

Die Broschüre ist kostenlos und im Johann-Michael-Fischer-Gymnasium, in den drei Rathäusern, im Volkskundemuseum in Burglengenfeld sowie in der Geschäftsstelle des Zweckverbands Städtedreieck erhältlich. Zudem ist vorgesehen, dass man mit QR-Codes auch digital auf das Produkt zurückgreifen kann.

S. Schmidmeier [Schuljahr 2023/24]


Onkel Erich lässt’s krachen

Am Dienstag, 18.07.2023, machten die Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe sich auf den Weg nach Regensburg, um dort im Haus der Bayerischen Geschichte die Sonderausstellung „Barock! Bayern und Böhmen“ zu besuchen.


Klasse 7a

Im Unterricht hatten wir von unseren Geschichtslehrkräften, Herrn Conrad, Herrn Philipp, Herrn Schmidmeier und Frau Weber-Hoffend, die diese Exkursion organisiert hatten, schon viel über die Zeit des Barock erfahren. So wussten wir bereits einiges über den 30-jährigen Krieg, wie es anschließend zum Westfälischen Frieden kam und dass Maximilian von Bayern zum achten Kurfürsten ernannt worden war.

Bei der Führung hatten wir, die Klasse 7c, das Glück, von „Onkel Erich“ begleitet zu werden, denn dieser erzählte uns lebendig vom Prager Fenstersturz und auch davon, wie die barocken Kirchen geplant und gebaut wurden. Für die Errichtung eines dieser Gotteshäuser, dessen Modell wir bestaunten, wurden umgerechnet 45 Millionen Euro an Spenden (!) aufgebracht. Nach einem von vielen „Auf geht’s, Freunde!“ schilderte Onkel Erich uns beim Modell eines „Hexen-Mahnmals“, wie eine der typischen Hexenproben dieser Zeit aussah, nämlich die Wasserprobe: Überlebte die der Hexerei Beschuldigte, nachdem man sie von einer Brücke geworfen hatte, war sie eindeutig eine Hexe und wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt, ertrank sie, war sie zwar keine Hexe, aber trotzdem tot.

Wir betrachteten Kleidungsstücke aus der Zeit des Barock und erfuhren, dass einige der adligen Frauen damals wegen der engen Korsette mit Holzstäben sogar ums Leben kamen und dass diese Damen mit Honig gefüllte Flohfallen unter ihren weit ausgestellten Röcken trugen, denn es galt als unschicklich, sich zu kratzen – zumindest für die Frauen. Bei Männern war das durchaus normal. Außerdem berichtete Onkel Erich davon, dass es keine linken oder rechten Schuhe gab, sondern man in den „Einheitsschuhen“, von denen ein Paar Stöckelschuhe mit Samt ausgestellt waren, ganz schön leiden musste, wenn man auf den Bällen tanzte. Diese Veranstaltungen mussten unbedingt mit einem Feuerwerk enden, denn die vornehme Gesellschaft ließ es gerne „ganz schön krachen“.

Nach der sehr anschaulichen und interessanten Führung besuchten wir noch selbständig die Dauerausstellung und machten ein paar lustige Bilder, was in der Barockausstellung leider verboten war.

Abschließend spazierten wir über die Steinerne Brücke, die - wie wir inzwischen wussten – im Mittelalter als Weltwunder galt, probierten außergewöhnliche Eissorten, beispielsweise Lavendel-Zitrone oder Cheesecake-Nutella, und ließen es auf diese Weise ordentlich „krachen“, … wie Onkel Erich zu sagen pflegt.

Klasse 7c und S. Weber-Hoffend [Schuljahr 2022/23]

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