Schulsozialpädagogik


„SCHULE ÖFFNET SICH“

Das Programm "Schule öffnet sich" fördert an Schulen in Bayern die Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräften und externen Partnern, um eine offene und unterstützende Lernumgebung zu schaffen. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung zu stärken und die Schule als einen Ort zu gestalten, an dem sich alle wohlfühlen und aktiv mitgestalten können.


MEINE AUFGABEN

  • Niederschwellige Beratung und Unterstützung der Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte bei alltäglichen schulischen oder persönlichen Herausforderungen.
  • Förderung sozialer Kompetenzen für einen respektvollen Umgang und erfolgreiche Konfliktlösung.
  • Zusammenarbeit mit Lehrkräften und Eltern zur gemeinsamen Unterstützung und Begleitung der Schülerinnen und Schüler auf ihren schulischen und persönlichen Weg.
  • Durchführung von gruppen- und klassenbezogenen Präventionsarbeit in den Bereichen soziales Miteinander, Gesundheit, Stressmanagement sowie Werte- und Persönlichkeitsbildung durch Projekte, Workshops und Thementage.
  • Vernetzung mit externen Partnern und Zusammenarbeit mit Kooperationspartner in der Präventionsarbeit.
  • Mitwirkung und Unterstützung bei Schulfahrten.


GEMEINSAM WACHSEN

Eine Schule, die sich öffnet, schafft Raum für Begegnung, Wachstum und gemeinsames Lernen – ein Ort, an dem sich alle entfalten und wohlfühlen können.


Premiere am JMF-Gymnasium: Erste Peer-to-Peer-Scout-Expertin startet ihr erstes Projekt

Unsere Schülerin Emilia Hofstetter (Q12) hat als erste am JMF-Gymnasium die komplette Peer-to-Peer-Scout-Ausbildungsreihe erfolgreich abgeschlossen und ist damit zertifizierte Youthworkerin sowie Peer-to-Peer-Scout-Expertin, mit dem Schwerpunkt: Resilienz, Entscheidungsfindung und Stressbewältigung – eine großartige Pionierleistung für unsere Schule!

Im vergangenen Schuljahr absolvierte Emilia zunächst die Ausbildung zur Pausenbuddy, bei der sie in den Pausen für ein gutes Miteinander, Bewegung und Spaß sorgte und Mitschüler bei kleinen Alltagsproblemen unterstützte.
Darauf folgte die Ausbildung zur Konfliktlotsin, in der sie sich als neutrale Vermittlerin bei Streitfällen bewährte und ihre Fähigkeiten in Mediation und Konfliktmanagement zeigte.
Im neuen Schuljahr erreichte Emilia die höchste Stufe: Youthworkerin. Diese Qualifikation befähigt sie, eigenständig (mit der Begleitung von Frau Schmid, Schulsozialpädagogin) Projekte zur Förderung des sozialen Miteinanders und zur Prävention zu planen, durchzuführen und zu evaluieren. Direkt nach Abschluss der Ausbildung startete sie ihr erstes Peer-Projekt.

Das Projekt „Entscheidungschallenge“ für alle 7. Klassen

Mit ihrem selbst konzipierten Workshop „Entscheidungschallenge“ bereitete Emilia in der Woche vor den Weihnachtsferien die Siebtklässler auf die bevorstehende Zweigwahl vor. An drei Tagen erreichte sie 153 Schülerinnen und Schüler in Tandem-Workshops von jeweils zwei Stunden.

Inhalte des Workshops:

  • Entscheidungsfindung: Einflussfaktoren, Vorgehensweisen und Methoden – anschaulich erklärt und in Gruppenarbeit auf die eigene Situation übertragen.
  • Resilienz: Was macht stark? Emilia vermittelte die wichtigsten Resilienzfaktoren wie Akzeptanz, Optimismus und Lösungsorientierung, führte einen Selbsttest durch und regte zur Selbstreflexion an.

Mit kreativen Methoden, Plakatgestaltung und Austausch schuf Emilia eine motivierende Lernatmosphäre, die Orientierung gab und innere Stärke förderte. Dabei vermittelte sie anschaulich, wie man Entscheidungen bewusst und reflektiert trifft und welche Faktoren dabei entscheidend sind.

Warum Peer-Teaching so wertvoll ist

Peer-Projekte bieten echten Mehrwert: Schüler lernen von jemandem auf Augenhöhe, der kürzlich vor derselben Entscheidung stand und aus eigener aktueller Erfahrung berichtet. Das schafft Vertrauen, macht Inhalte greifbar und motiviert, sich aktiv mit der eigenen Wahl auseinanderzusetzen.

Emilia traf es auf den Punkt: „In vielen Workshops bekommt man nur Informationen und soll sie danach selbst auf die eigene Situation anwenden. In Peer-Projekten erklärt eine Person, die diese Entscheidung schon getroffen hat, wie sie damit umgegangen ist. Dadurch werden Schülerinnen und Schüler aktiv begleitet und haben eine vertrauenswürdige Ansprechperson, die sie wirklich verstehen kann.“

Engagement, das Schule macht

Emilia hat nicht nur ein anspruchsvolles Ausbildungsprogramm gemeistert, sondern auch gezeigt, wie Peer-Arbeit unsere Schulgemeinschaft bereichert. Wir sind stolz auf ihre Leistung und freuen uns auf weitere Projekte unserer Peer-to-Peer-Scouts!

Und wir freuen uns über Verstärkung:

Interessierte Schülerinnen und Schüler sind herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden und Teil unseres Peer-to-Peer-Teams zu werden. Wir fördern jeden, der sich engagieren möchte – denn gemeinsam machen wir Schule stark!

Monika Schmid (Schulsozialpädagogin) [Schuljahr 2025/26]


JMF Gymnasium Burglengenfeld als Vorreiter in Peerarbeit:
Peer Scouts begeistern beim Netzwerktreffen und stoßen neue Kooperationen an

Beim großen Netzwerktreffen der Schulsozialpädagogen der Oberpfalz im Rahmen des Programms „Schule öffnet sich“ präsentierten am 28.10.25 die 17 Peer-to-Peer-Scouts des JMF-Gymnasiums ihr innovatives Konzept – und sorgten für große Begeisterung.

Das Besondere: Das Programm ist in enger Zusammenarbeit mit den Schülern entstanden. Ihre Ideen, Bedürfnisse und Wünsche wurden von Anfang an berücksichtigt. Von Schülern für Schüler – dieses Prinzip macht das Konzept authentisch, praxisnah und wirksam.

Mit spürbarem Engagement stellten die Scouts die drei Säulen ihres Programms vor:

  • Pausenbuddys, die für ein friedliches Miteinander sorgen und Mitschüler in schwierigen Situationen unterstützen,
  • Konfliktlotsen, die bei Streitigkeiten vermitteln und respektvolle Lösungen fördern,
  • Youthworker, die präventive Impulse setzen, Workshops organisieren und das Schulklima aktiv mitgestalten.

Die Rückmeldungen der 36 anwesenden Schulsozialpädagogen waren durchweg positiv. Viele zeigten sich beeindruckt von der Tiefe, Struktur und Wirksamkeit des Programms – und äußerten den Wunsch, es auch an ihrer Schule umzusetzen.

Besonders erfreulich:
Nach der Präsentation entstanden erste Ideen für eine schulübergreifende Zusammenarbeit, etwa in Form eines Cross-School-Mentorings, bei dem Scouts aus Burglengenfeld Impulse geben und andere Schulen bei der Einführung begleiten könnten. Wie solche Kooperationen konkret aussehen, wird sich in weiteren Gesprächen zeigen. Klar ist: Das Programm inspiriert – und öffnet Türen für neue Formen der Vernetzung und Prävention.

Ein echtes Highlight war die Präsentation der Scouts selbst:
Mutig, authentisch und stark traten sie auf und setzten mit ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten ein klares Zeichen für Verantwortung und Gemeinschaft.

Und dann kam der besondere Moment:
Juliana Dotzler, Schulsozialpädagogin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und zertifizierte Resilienz- und Selbstbehauptungstrainerin war so berührt von der Wirkung der Scouts, dass sie spontan eine kostenlose Anti-Mobbing-Schulung als Anerkennung für ihren Einsatz anbot. Was für eine Wertschätzung – und was für ein WOW-Moment!

Die Scouts überzeugten nicht nur durch ihr Auftreten, sondern auch durch die Qualität und Tiefe ihres Ausbildungssystems. Das JMF-Gymnasium ist stolz auf jeden einzelnen von ihnen. Ihr Einsatz zeigt, wie viel Kraft in jungen Menschen steckt, wenn man ihnen Vertrauen schenkt und Verantwortung überträgt.

Monika Schmid (Schulsozialpädagogin) [Schuljahr 2025/26]


Peer-to-Peer-Scouts – von Schülern für Schüler!

Ein innovatives Projekt stärkt die Schulgemeinschaft am Johann-Michael-Fischer-Gymnasium

Am Johann-Michael-Fischer-Gymnasium in Burglengenfeld startet im Januar 2024 das Programm "Peer-to-Peer-Scouts". Ziel ist es, Schüler zu qualifizierten Ansprechpartnern für ihre Mitschüler auszubilden. Durch dieses Konzept entsteht ein unterstützendes Netzwerk, das soziale Kompetenzen fördert und das Miteinander stärkt.

Unterstützung auf Augenhöhe

„Hilfe durch Gleichaltrige ist oft besonders wirkungsvoll“, erklärt Monika Schmid, Schulsozialpädagogin und Initiatorin des Programms. Gerade Themen wie Stress, Leistungsdruck und soziale Isolation sind Herausforderungen im Schulalltag, bei denen Jugendliche oft lieber mit Gleichaltrigen sprechen. Die Peer-to-Peer-Scouts bieten genau diese Anlaufstelle. Sie sind geschult, zuzuhören und bei Problemen zu unterstützen – eine einfache, aber wirkungsvolle Idee. „Manchmal reicht ein offenes Ohr, um eine schwierige Situation zu entschärfen“, betont Schmid. Das Projekt will Hemmschwellen abbauen und den Austausch unter den Schülern erleichtern.

Schüler gestalten aktiv mit

Von Beginn an wurde das Programm von engagierten Schülerinnen mitentwickelt. Carmen Geh, Lena Michl und Maria Bachfischer aus der 11. Klasse haben das Konzept begleitet – von der Bedarfsanalyse über die Gestaltung von Informationsmaterialien bis hin zur Organisation der ersten Trainings. „Die Beteiligung der Schüler war enorm wertvoll“, erklärt Schmid. „Durch ihre Ideen und Perspektiven wurde das Projekt genau auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler zugeschnitten.“ Besonders engagiert ist auch Anna Kamchen (11. Klasse), die als erste ausgebildete Pausenbuddy Verantwortung übernehmen durfte.

Drei Stufen der Verantwortung

Das Peer-to-Peer-Scouts-Programm ist in drei Phasen aufgebaut: Pausenbuddys achten in den Pausen auf Mitschüler, hören zu und helfen bei kleineren Problemen. In der zweiten Stufe lernen Scouts Mediationstechniken und Konfliktlösungsstrategien, um bei Streitigkeiten als Konfliktlotsen gezielt vermitteln zu können. Die erfahrensten Scouts übernehmen als Youthworker Verantwortung für soziale Schulprojekte und Präventionsmaßnahmen.

Das Projekt bringt viele Vorteile für die Schulgemeinschaft: Es stärkt die psychische Gesundheit, da Schüler niedrigschwellige Unterstützung durch Gleichaltrige finden. Zudem entwickeln die Scouts wertvolle soziale Kompetenzen wie aktives Zuhören, Teamarbeit und Konfliktmanagement – Fähigkeiten, die ihnen auch in der Zukunft zugutekommen. Frühzeitige Prävention hilft, Probleme früh zu erkennen und zu lösen, bevor sie eskalieren.

Vorbildcharakter für andere Schulen

Das Johann-Michael-Fischer-Gymnasium geht mit diesem innovativen Ansatz neue Wege in der Schulsozialarbeit. „Das Konzept hat Modellcharakter“, sagt Schulleiter Matthias Schaller. „Es zeigt, wie Schülerpartizipation und professionelle Begleitung Hand in Hand gehen können.“ Bereits jetzt sind die ersten positiven Effekte sichtbar. Das Programm beweist, dass durch Engagement und innovative Ansätze das Schulklima nachhaltig verbessert werden kann – ein Erfolg für alle Beteiligten. Unterstützt wird die Schulsozialpädagogin und das „Peer-to-Peer-Scouts“-Team dabei von den Lehrkräften Agnieszka Hübner und Sebastian Schmidmeier.

Monika Schmid (Schulsozialpädagogin) [Schuljahr 2024/25]


Workshop „Gestärkt in die Oberstufe“ – Resilienztraining für die Q12

„Nicht der Sturm, sondern das Segel bestimmt, wie wir das Ziel erreichen.“ – Dieses Zitat von Seneca beschreibt treffend, was Resilienz ausmacht: die Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten den Kurs zu halten und gestärkt aus Herausforderungen hervorzugehen. Genau dies hatten 12 engagierte Schülerinnen und Schüler der Q12 an unserer Schule die Gelegenheit, in einem zweitägigen Resilienztraining zu erlernen.

Unter der Leitung der Schulsozialpädagogin Monika Schmid erhielten die Teilnehmenden wertvolle Impulse, wie sie ihre Widerstandskraft gegenüber Stress und Belastungen im schulischen Alltag und auf dem Weg zum Abitur stärken können. Der Workshop richtete sich gezielt an die besonderen Anforderungen der Oberstufe und vermittelte praxisorientierte Strategien, um mit den Herausforderungen des Schulalltags gelassener und mental gestärkter umzugehen.

Was ist Resilienz und warum ist sie wichtig für junge Menschen im Schulalltag?

Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, auf schwierige Lebenssituationen flexibel zu reagieren und gestärkt daraus hervorzugehen. Besonders für Oberstufenschüler ist Resilienz wichtig, um mit Prüfungsstress, schulischen Anforderungen und persönlichen Belastungen gesund umzugehen.

Zwei Tage intensives Training für mehr Widerstandskraft

In den beiden Workshop-Tagen setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit ihren individuellen Stressoren auseinander und entwickelten persönliche Strategien zur Stressbewältigung. Ein zentraler Bestandteil war die „Stressampel“, ein Modell, das hilft, die eigenen Stressmuster zu erkennen und zu verstehen. So konnten die Schülerinnen und Schüler lernen, wie sie ihren Stresspegel durch bewusste Wahrnehmung ihrer eigenen Reaktionen besser regulieren können.

Zudem erhielten die Teilnehmenden praktische Werkzeuge zur Stressbewältigung. Atemtechniken, progressive Muskelentspannung und Zeitmanagement-Methoden wie die Eisenhower-Matrix und die Pomodoro-Technik wurden erprobt und auf ihre Anwendung im schulischen Kontext hin reflektiert. Ein weiteres Highlight war die Erstellung eines persönlichen Resilienzplans, der den Schülerinnen und Schülern als langfristiges Instrument dient, um ihre eigenen Ressourcen gezielt zu fördern und ihre Widerstandskraft weiter auszubauen.

Gruppenarbeit und Austausch

Die Gruppenarbeit förderte den Austausch von Erfahrungen und das gemeinsame Erarbeiten von Bewältigungsstrategien. Dieser Prozess stärkte nicht nur die individuelle Resilienz, sondern auch den sozialen Zusammenhalt in der Gruppe.

Resilienz als kontinuierliche Aufgabe

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigten, dass der Workshop sehr geschätzt wurde. Viele wünschten sich, dass solche Trainings künftig häufiger angeboten werden, um die psychische Gesundheit im Schulalltag nachhaltig zu fördern.

Dieser Workshop ist der Auftakt für eine Reihe von Resilienztrainings, die auch in anderen Jahrgangsstufen angeboten werden, um das Wohlbefinden und die Resilienz unserer Schülerinnen und Schüler weiter zu stärken.

Monika Schmid (Schulsozialpädagogin) [Schuljahr 2024/25]